Shibari - fesselnde Leideschaft

Die Faszination der Seile

Shibari bezeichnet die japanisch inspirierte Kunst des Fesselns. Der Begriff Kinbaku wird häufig synonym verwendet, ihm wird jedoch oft eine intensivere, emotionalere und tiefgreifenderen Anteil zugesprochen. Unabhängig von der Begrifflichkeit steht Shibari für eine Praxis, die Technik, Körperarbeit, Wahrnehmung und Beziehung miteinander verbindet.


Im Zentrum von Shibari steht die bewusste Begegnung zwischen zwei Menschen. Die Seile strukturieren den Körper, schaffen Halt, Druck und Begrenzung – und eröffnen zugleich einen Raum für intensive Wahrnehmung. Berührung, Spannung, Rhythmus und Atmung werden zu Elementen einer nonverbalen Kommunikation. Jede Wicklung, jede Veränderung der Spannung erzeugt Resonanz und Antwort. So entsteht ein Dialog, der nicht über Worte, sondern über Präsenz, Aufmerksamkeit und Vertrauen geführt wird.


Als Facette von Bondage ist Shibari im BDSM-Kontext verortet und für viele Menschen erotisch aufgeladen. Gleichzeitig kann es weit darüber hinausgehen: als meditative Praxis, als künstlerischer Ausdruck, als ästhetische Forschung, als körperliche Herausforderung oder als Möglichkeit, Nähe und Vertrauen intensiv zu erleben. Für manche steht die visuelle Komposition im Vordergrund, für andere das innere Erleben oder die energetische Verbindung zwischen den Beteiligten.

Was Shibari dabei besonders macht, ist seine Vielschichtigkeit. Die Seile wirken nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern spiegeln emotionale Zustände, Beziehungsmuster und innere Dynamiken. Sie können Sicherheit vermitteln oder Konfrontation erzeugen, Ruhe schenken oder intensive Prozesse auslösen. Genau diese Offenheit macht Shibari für viele Menschen so faszinierend: Es gibt keinen „richtigen“ Zugang, sondern viele individuelle Wege, diese Fesselkunst zu erleben.


Aus unserer Sicht ist keine Motivation, Shibari zu praktizieren, per se richtiger oder wertvoller als eine andere. Entscheidend sind Achtsamkeit, Konsens, Verantwortung und die Bereitschaft, sich selbst und dem Gegenüber aufmerksam zu begegnen.


Das Praktizieren von Shibari kann tief fordernd und zugleich erfüllend sein. Es lädt dazu ein, Kontrolle abzugeben oder bewusst zu übernehmen, Verantwortung zu tragen und Vertrauen wachsen zu lassen. Emotionen dürfen entstehen, sich wandeln und wieder abfließen. Für viele entsteht dabei ein Zustand besonderer Präsenz: konzentriert, geerdet, verbunden. Genau diese Mischung aus Lernen, Erleben und innerer Bewegung macht Shibari für uns zu einer Praxis, die sich mit jeder Begegnung weiter entfaltet.


Wir sind Franky & Mel und zusammen sind wir

 》S A K U R A Rope《.

Seit 2009 gehen wir zusammen durchs Leben - in unserer Beziehung ist uns Erotik und Intimität wichtig und nicht mit Se* gleich zu setzen, daher lieben wir die tiefe Verbundenheit einer emotionalen, energetischen Fesselung. Für uns sind die Fesselungen Ausdruck von Persönlichkeit, Vertrauen und Emotionen. Das Seil ist unser Werkzeug, um nicht nur den Körper, sondern auch den Geist  zu erreichen und eine tiefe emotionale Verbindung einzugehen. Es setzt ungeahnte Gefühle und Energien frei und schafft in dieser eigenen Welt eine intensive emotionsgeladene Vertrautheit.


"Er" ist hierbei ausschließlich der aktive Part und genießt es, wenn "Sie" sich seinen Seilen hingibt - gelegentlich hat aber auch "Sie" die Seile in der Hand. 

Seit Beginn unserer Beziehung fasziniert uns das Spiel mit dem Seil in seinen unterschiedlichen Facetten. Angefangen 2010 noch als praktikables se*uelles Spielzeug wurde es kurz darauf durch einen Workshop in der japanischen Fesselkunst ein Teil und Ausdruck unserer tiefen emotionalen Verbindung und ist inzwischen ein fester Bestandteil unserer Beziehung.

Wir nahmen und nehmen bei verschiedenen internationalen Lehrern kontinuierlich umfangreichen Unterricht, denn "Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." - stetige Fortbildung und Unterrichtsreflexion ist für uns unerlässlich, sei es bei uns selbst oder gemeinsam mit unseren Schülern.

In den vergangenen Jahren wurde unser Stil stark von Ren Yagami (JPN) sowie Sarca Martello (ITA) und Naka Akira (JPN) beeinflusst.

Seit 09/2023 sind wir offizieller Instruktor der Iyasu  Ropu - Methode nach Sarca Martello.


Aus unserer Leidenschaft für das Seil und dem Wunsch auch Anderen den Weg zu diesem Medium zu öffnen, entstand Ende 2021 》S A K U R A Rope《.

Wir möchten damit die Vielfältigkeit der Szene im süddeutschen Raum bzw. im Großraum Stuttgart und Ludwigsburg erweitern - neben einem eigenen Fesseltreffen organisieren wir Workshops mit namenhaften sowie internationalen Szenegrößen und bereiten Neulingen über unseren eigenen Unterricht einen soliden Einstieg in die Welt der Seile bzw. das japanisch orientierten fesseln...


桜 S A K U R A   ⎮ jap. Kirschblüte

Genauso wie im japanischen die Kirschblüte für die Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit steht, sehen wir diese Symbole als Synonym für unsere Fesselungen.

  • Schönheit = Jede Fesselung bringt eine immer neuerwährende Schönheit zum erblühen
  • Aufbruch = zu sich selbst, seinem Gegenüber und im Tiefgang der Interaktion
  • Vergänglichkeit = das Streben nach Kontrolle beiseite zu schieben, geleitet von den Gefühlen und Energien

Außerdem birgt die Kirschblüte für uns auch ein familiäres Symbol.

Unser Kredo und Fesselstil bezeichnen wir gerne mit “Kinbaku”, denn für uns stehen die Begriffe wie Bondage oder Shibari in einem übergeordneten Kontext bzw. für die allgemeine Fixierung und unterschlagen die wahre Schönheit einer Fesselung - kann bereits ein einzelnes Seil doch so viel mehr sein, als die bloße Fixierung eines Körpers und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
Kinbaku erfordert neben Ästhetik auch Emotionen - es geht um den Prozess der Fesselung, der Verbundenheit und der aus der Interaktion bzw. den Gefühlen kommenden Energie, nicht um die starre Abfolge von Knoten oder pure Fixierungen.

Kinbaku so sagt man, sei vom Geist der Bonsai-Ästhetik inspiriert - um die wahre Schönheit zur Geltung zu bringen, schränkt der Bonsai-Gärtner die Bewegungsfreiheit seines Bäumchen auf eine Weise ein, die der natürlichen Entfaltung der Pflanze zuwiderläuft. Der Schöpfer ist nicht mehr Gott, das ist nun der Gärtner – und das Bäumchen seinem Willen unterworfen, bereit sich völlig in seinen Händen und Seilen zu entfalten.